Es gibt Fahrten, die man organisiert, und Fahrten, die man noch lange in Erinnerung behält. Unsere Abschlussfahrt in die Toskana gehört eindeutig zur zweiten Kategorie.
Montag – Anreise nach Bibbona
Am Montagmorgen um sechs Uhr begann unsere Reise vor der Schule. Die Stimmung schwankte zwischen Übermüdung und Aufregung. Unser Fahrer Ralf lud die Koffer ein und war von der ersten Minute an Gesprächsthema. Mit seiner eigenen Art, immer einen lockeren, manchmal herrlich schrägen Spruch auf den Lippen, war schnell klar: Das wird mit ihm keine normale Busfahrt. Wir nannten ihn intern schnell "typisch Ralf". Nach knapp elf Stunden Fahrt mit Musik und Raststättenpausen erreichten wir gegen 17 Uhr das Camping Village Free Time in Bibbona. Am Abend zog es uns alle direkt an den Strand, keiner von uns konnte es abwarten, den Sonnenuntergang am Meer zu beobachten, und einige von uns gingen sogar direkt im Meer baden.
Dienstag – Cinque Terre
Am Dienstagmorgen um acht Uhr ging es nach La Spezia. Von dort mit dem Boot nach Vernazza, einem der fünf Dörfer der Cinque Terre. Bunte Häuser direkt am Felsen über dem Meer, enge Gassen, fast wie aus dem Bilderbuch. In der Freizeit wurde der Ort erkundet und die ersten italienischen Spezialitäten probiert. Weiter ging es mit dem Schiff nach Monterosso. Strandpromenade, Pizza, Blick aufs Ligurische Meer. Der Ort war so schön, dass einige von uns dort am liebsten noch mehr Zeit verbracht hätten. Zurück in La Spezia wartete Ralf schon wieder und brachte uns zurück zum Campingplatz. Den Abend ließen wir entweder am Meer mit Gesprächen oder bei unseren Bungalows mit Spielen ausklingen.
Mittwoch – Florenz
Am Mittwoch stand Florenz auf dem Plan. Frau Wick führte uns mit großem Fachwissen durch die Altstadt und ließ uns an ihrer Begeisterung für die Geschichte und Architektur teilhaben. Anschließend hatten wir Freizeit in Kleingruppen, zum Essen, zum Stöbern durch traditionelle Läden und kleine Gassen. Die Stadt hatte so einiges zu bieten, wovon jeder von uns beeindruckt war. Um 16:00 Uhr trafen wir uns alle wieder an einem Aussichtspunkt oberhalb der Stadt mit einem unglaublichen Blick über Florenz und die Domkuppel. Von dort aus ging es gemeinsam zum Bus und zurück nach Bibbona. Um 22:30 Uhr fanden wir uns erneut am Strand ein, gemeinsam mit Herrn Frydrychowicz und Herrn Hennig, saßen in großer Runde, spielten Spiele, hörten Musik und ließen den Tag spät ausklingen.
Donnerstag – Ein Tag am Meer
Donnerstag konnten wir zum ersten Mal ausschlafen, was viele von uns sehr erfreut hat. Treffpunkt war erst um 11:00 Uhr am Strand. Wer wollte, konnte vorher mit Frau Wick eine Joggingrunde drehen. Der Nachmittag gehörte dem Meer: Sonnen, Baden, Spielen, lange Gespräche. Einer dieser Tage ohne festes Programm, die gerade deshalb so wertvoll waren, um im Hier und Jetzt zu sein und die Zeit zu genießen.
Freitag – Die legendäre Rückfahrt
Am Freitag verzögerte sich die Abfahrt etwas, die klassische Sitzplatz-Diskussion. Plötzlich wollte jeder woanders sitzen, allein sitzen, mehr Platz haben. Am Ende saßen wir doch wieder wie auf der Hinfahrt. Perfekt.
Alle rechneten mit der Fahrt durch den Gotthard-Tunnel. Doch unser Busfahrer entschied sich kurzerhand anders: über den Gotthard-Pass. Erst kurze Schock-Momente, dann wurde mit Musik abgelenkt und lieber nochmal die Augen geschlossen, bevor uns auf der kurvigen Fahrt übel wurde. Oben legten wir eine Pause ein und wurden mit einer atemberaubenden Aussicht, klarer Bergluft und Blick auf Täler und Bergquellen belohnt. Danach ging es weiter Richtung Heimat. Gegen 20:00 Uhr waren wir wieder zurück an der Schule.
Es war eine durchweg gelungene letzte Fahrt. Ein besonderer Dank gilt Frau Wick, Herr Hennig, Frau Hofmann sowie Herr Frydrychowicz für die Begleitung. Außerdem werden wir alle unseren Busfahrer Ralf nicht so schnell vergessen, der mit seinen Sprüchen und seiner unverwechselbaren Art diese Fahrt zu etwas Eigenem gemacht hat.
Lilli Haufe
Schülerin J2s