Welttag des Buches
30. April 2026

Wenn Lehrkräfte zu Buchhelden werden

Zum Welttag des Buches haben die Grundschullehrkräfte auch in diesem Jahr bewiesen: Leseförderung kann ein echtes Spektakel sein.

Nach der Pause versammeln sich alle Klassen im Eingangsbereich – und trauen ihren Augen kaum. Auf der Treppe stehen ihre Lehrerinnen und Lehrer, kaum wiederzuerkennen: in Kostümen, mit Perücken, verwandelt in die Heldinnen und Helden der Bücher, aus denen sie gleich vorlesen werden. Staunend und belustigt machen die Kinder es sich auf dem Boden bequem.

Nacheinander treten die verkleideten Lehrkräfte ans Mikrofon und stellen ihre Figuren vor. „Ich bin Karlchen. Karlchen meint es immer gut mit seinen Mitmenschen und möchte helfen – auch wenn die anderen seine Hilfe gar nicht brauchen. Zum Beispiel möchte Karlchen verhindern, dass die Schuhe seines Bruders geklaut werden. Deswegen nagelt er sie vorsorglich fest.“ Die Kinder lachen.

Dann kommt der entscheidende Moment: Die Kinder wählen, welchem Helden sie ins Klassenzimmer folgen möchten. Dort hören sie dreißig Minuten konzentriert zu – gebannt, still, mittendrin in einer anderen Welt.

Das Konzept ist so einfach wie wirkungsvoll: Der erste Lacher über die verkleidete Lehrerin öffnet die Tür – und durch diese Tür tritt die Geschichte. Spaß und Faszination, Kostüm und Konzentration gehen Hand in Hand. Und die Botschaft kommt an: Bücher eröffnen Welten.

Stefanie Rapp
Redaktion