19. Januar 2026

Die Allianz-Gebetswoche endet mit einem Frühstück

Mit dem traditionellen Leiterfrühstück ist die Gebetswoche der Evangelischen Allianz Lörrach zu Ende gegangen. In der Mensa der Freien Evangelischen Schule kamen Leitungspersonen aus unterschiedlichen christlichen Gemeinden der Region zusammen. Sie verbindet das gemeinsame Anliegen der Allianz, dass Menschen in Lörrach und Umgebung Gott persönlich kennenlernen.

Begrüßt wurden die Gäste von Stefan Heeß, Pastor der Stadtmission Lörrach und Vorsitzender der Evangelischen Allianz Lörrach, sowie von Samuel Adler, Direktor der Freien Evangelischen Schule. Das gemeinsame Frühstück bot einen offenen und persönlichen Rahmen für Begegnung, Austausch und geistliche Gemeinschaft über Gemeinde- und Konfessionsgrenzen hinweg.

Den ersten Impuls gestaltete Joachim Giesler, leitender Pfarrer der katholischen Kirche Wiesental-Dreiländereck. Unter dem Stichwort einer „Säkularisierung 2.0“ beschrieb er die veränderten Rahmenbedingungen, in denen Kirche heute steht. Er sprach offen über die Herausforderungen der vergangenen Jahre, etwa den deutlichen Rückgang kirchlicher Bindung und religiösen Wissens. Gleichzeitig machte er deutlich, dass spirituelle Erfahrungen auch heute zum Leben vieler Menschen gehören – allerdings häufig losgelöst von kirchlichen oder religiösen Bezügen. Kirche, so Giesler, stehe zunehmend unter Rechtfertigungsdruck und werde von vielen als unverbindlich oder kaum sichtbar wahrgenommen. Umso wichtiger sei es, sich in die Lebenswirklichkeit der Menschen hineinzubegeben und aus dem eigenen Glauben heraus begründet Hoffnung zu geben. Christsein brauche heute ein klares Profil – und Menschen, die bereit sind, zuzuhören und die Fragen ihrer Zeit ernst zu nehmen.

Nach einer gemeinsamen Gebetszeit folgte ein weiterer Impuls von Markus Schulz, Pastor der Kirche K2 (Christuskirche). Unter der Frage „Wie bleiben wir weltgewandte, zukunftsfähige Gemeinden?“ griff er Gedanken verschiedener Autoren auf und übertrug sie auf die Situation heutiger Gemeinden. Dabei ging es unter anderem um die nüchterne Einsicht, dass nicht jeder Mensch automatisch nach Gott sucht, und dass Gemeinden diese Realität nicht durch bessere Programme oder höhere Aktivität verändern können. Stattdessen plädierte Schulz für einen glaubwürdigen, ehrlich gelebten Glauben.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Selbstvergewisserung von Gemeinden in einer nachchristlichen Gesellschaft. Christliche Gemeinde, so der Gedanke, war nie gleichzusetzen mit einer vollständig christlichen Gesellschaft. Aufgabe sei es vielmehr, als sichtbare Gemeinschaft inmitten der Welt präsent zu sein. Auch gesellschaftliche Erfahrungen von Überforderung, Beschleunigung und Enge kamen zur Sprache. Dem stellte Schulz das christliche Vertrauen entgegen, dass Gott Freiheit schenkt und Menschen in Bewegung setzt – jenseits enger Strukturen. Der biblische Auftrag, in die Welt gesandt zu sein, wurde dabei als Einladung verstanden, sich mutig und gelassen auf die Wirklichkeit einzulassen, im Vertrauen darauf, dass Gott bereits gegenwärtig ist.

Gebetszeiten zwischen den Beiträgen und zum Abschluss prägten den Vormittag. Sie machten deutlich, dass das Miteinander der Evangelischen Allianz nicht nur vom Austausch, sondern vor allem vom gemeinsamen Gebet getragen ist.

Claudia Schäfer
Abteilungsleiterin Kommunikation