Im Juni reisten die GYM 8a und die GYM 8c - begleitet von Frau Ebarb, Frau Luther, Herrn Baumann, Frau Pritzius und Frau Müh - zur Studienfahrt nach Chester.
Die 8c des Gymnasiums besucht die King's School in Chester
Die Schülerinnen und Schüler waren sich einig: Das Highlight war der Schulbesuch am Donnerstag. Als 8c hatten wir das Privileg, die in Chester sehr renommierte Privatschule King’s School zu besuchen. Von unserem Treffpunkt, dem Riverside Innovation Centre in Chester liefen wir zur King’s School - und begegneten auf dem Weg verschiedenen Schülern in unterschiedlichen Schuluniformen. Schon bald konnten wir die Schüler aufgrund ihrer Uniform den verschiedenen Schulen auf der Strecke zuordnen.
Der erste Eindruck
Der Tag an der King’s School begann mit dem einschüchternden ersten Eindruck des großen Gebäudes und dem Blick des Namensgebers der Schule, King Henry VIII, in unserem Rücken.
Die Geschichte der Schule und spannende Fakten über Wales lernten wir später von Mr Bircham, dem Abteilungsleiter für Deutsch: Wir hörten einen Vortrag über die British Isles sowie die Geschichte der King’s School und die Entwicklung über die Jahre zu dem riesigen Campus. Besonders spannend fanden die Schülerinnen und Schüler, dass die Schule schon seit 1541 existiert und in der Chester Cathedral angefangen hatte. In einer Fragerunde brachten sie ihr Wissen mit in den Unterricht ein. Zur Belohnung gab es englische Schokolade.
Für zusätzliche Auflockerung sorgte eine kleine Einführung in die walisische Sprache, da Mr. Bircham aus Wales stammt. Gemeinsam versuchten wir uns an der anspruchsvollen Aussprache und stellten mit einem Augenzwinkern fest, dass es wohl noch schwierigere Sprachen als Deutsch gibt.
Die Schüler der FES stellen einige Fragen und interessierten sich vor allem für das „House“-System und die verschiedenen Regeln sowie die Bedeutung der Schuluniform und der unterschiedlichen Krawatten. Zum Abschluss gab es ein Kahoot-Quiz, um zu überprüfen, ob auch wirklich alle gut zugehört hatten.
Der gigantische Campus
Darauf folgte ein Rundgang über den gigantischen Campus, der nicht nur ein Schwimmbecken, sondern auch einen Musikraum, einen Theaterraum und einen Art and Design-Raum bietet, in dem ein 3D-Drucker zur Verfügung steht. Besonders interessant waren die Einblicke in die Kunsträume und Holzwerkstätten, die es so bei uns nicht gibt. Als der Rundgang beendet war, steckten wir alle zwanzig unsere Köpfe in ein Klassenzimmer, um uns kurz mit interessierten Schülern zu unterhalten.
Den Abschluss bildete eine typisch britische Tea Time in der schuleigenen Mensa, die – passend zum Gründungsjahr – den Namen „1541“ trägt. Köstliche Kuchen und Früchte erwarteten uns in der imposanten Kantine. Die Schülerinnen und Schüler genossen die liebevoll zubereiteten Speisen sehr und bereiteten sich auf das anschließende Kennenlernen der britischen Schülerinnen und Schülern vor.
Begegnungen
Dabei führten wir interessante Gespräche mit jüngeren und älteren Schülern und Schülerinnen, die alle ein sehr großes Interesse am deutschen Teenagergeschehen zeigten. Wir hatten eigentlich schnöselige Kinder erwartet, aber es gibt immer etwas, das uns verbindet: Social Media. Doch leider kam es auch zu einer Diskussion über Deutsch: Es höre sich an wie „Gibberish“. Die Zeit verflog viel zu schnell und nicht wenige fragten bei der herzlichen Verabschiedung, ob ein weiterer Besuch möglich sei.
Sport und Spaß
Doch damit war das Programm noch nicht beendet: Mr. Bircham hatte ein weiteres Highlight vorbereitet: eine Runde Rounders auf dem Playing Field. Auch wenn es anfangs Verständnisprobleme bei den Regeln gab, wurde es doch irgendwann klar: Der Lehrer wirft, man muss den Ball mit einem Schläger wegschlagen und dann so weit und so schnell rennen, wie man kann. Durch das Spiel war die Erschöpfung groß, und wir bewegten uns in Richtung Mensa.
Britische Köstlichkeiten
Zum krönenden Abschluss wurden wir nochmals in das Schulrestaurant eingeladen, wo ein umfangreiches Mittagsbuffet auf uns wartete. Die Vielfalt, Präsentation und Qualität des Essens beeindruckten uns sehr und führten zu der humorvollen Frage, ob unsere Schülerinnen und Schüler unsere eigene Mensa künftig noch mit denselben Augen sehen würden. Nur der Kartoffelbrei schmeckte für uns nach Brot. Wir spülten ihn mit köstlichem, unverdünnten Birnensaft hinunter. Ich vermute jedoch, dass wir einen solchen Kartoffelbrei einfach nicht gewohnt sind und dass die Schüler der King’s School ihn mochten. Beim Essen mussten wir dabei auch den neugierigen Blicken der Schüler standhalten, da wir keine Schuluniform trugen.
Hoffnung auf einen Gegenbesuch
Herr Bircham äußerte den Wunsch, mit einigen seiner Deutschschülerinnen und -schülern einen Gegenbesuch in unserer Region zu organisieren. Nach inzwischen drei positiven Begegnungen mit der FES hofft er sehr, dass sich hierfür eine Gelegenheit ergibt. Auch unsere Schülerinnen und Schüler zeigten große Begeisterung für diese Idee und begannen sofort zu überlegen, was sie ihren neuen englischen Freundinnen und Freunden präsentieren könnten.
Nach dem Essen fuhr uns Mr. Bircham in zwei Fuhren nach Chester in die Innenstadt zurück. Der Schultag endete mit neuen Bekanntschaften und dem Wunsch, so viel zu verdienen, dass unsere zukünftigen Kinder dort zur Schule gehen können.
Carolin Laubscher
Schülerin Gym 8c
Unterbringung und Begegnungen in der Region
Während ihres Aufenthalts in Chester waren die Schülerinnen und Schüler in Gastfamilien untergebracht. Gemeinsam mit den begleitenden Lehrkräften erkundeten sie Liverpool, die Burg in Conwy, Llandudno sowie natürlich Chester selbst.
Ein besonderes Highlight war die Wanderung auf den Great Orme sowie der Besuch verschiedener Sehenswürdigkeiten in Liverpool, die den Schülerinnen und Schülern bereits aus ihren Schulbüchern bekannt waren. Besonders beeindruckend war es für sie, Orte nun selbst zu erleben, von denen sie zuvor nur gelesen hatten.
Auch das Wetter meinte es die gesamte Woche über gut mit uns, sodass alle Programmpunkte unter sehr angenehmen Bedingungen stattfinden konnten.
Birgit Müh
Lehrerin